Pointillismus

Beim Pointilismus werden keine großen Flächen oder langezogene Pinselstriche gemalt, sondern einzelne, verschieden farbige Punkte, Rechtecke oder Balken aneinandergereiht, die dann aus der Ferne ein stimmiges Bild ergeben. Wenn nun ein Detail ganz aus der Nähe betrachtet wird, lässt es sich oft gar nicht erfassen. Erst aus zwei Schritten Entfernung gehen die einzelnen Punkte im Gesamtbild auf. Aus der Nähe scheinen die einzelnen Farbklexe keine Beziehung zu den benachbarten zu haben, einander fremd zu sein. Sie sind gegeneinander abgegrenzt und bilden doch – oder erst so – das Ganze, von dem sie nichts ahnen. Der Schein, den sie hervorbringen, beruht einmal auf dem Kontrast der einzelnen Strukturelemente zueinander und einmal auf ihrer Vereinigung miteinander.

Das Kunstwerk als Versuch einer hochkapitalistischen Gesellschaft ästhetisch gerecht zu werden, in der die Einzelnen zwar existieren, aber nicht als starkes Individuum, sondern als atomisiertes Einzelnes. Aus der Nähe betrachtet erscheinen die Menschen beziehungslos, erst ein „Zurücktreten” gibt den Blick auf die gesellschaftliche Totalität frei: die vernünftige Irrationalität der modernen Gesellschaft, in der die Einzelne, der Einzelne nichts ist und die Gesellschaft alles. Aus fremd wird entfremdet.

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