Zu schön, um wahr zu sein

Wenn in Filmen oder in Literatur eine Welt beschrieben wird, in der alles perfekt zu sein scheint, stellt sich dies immer als falsch heraus. Die perfekte Welt ist fast schon ein Code für den verborgenen Makel, der umso perfekter die Welt erscheint, umso glücklicher und freier seine Bewohnerinnen und Bewohner sich vergnügen, desto grauenvoller plötzlich oder allmählich ans Licht tritt. Das schöne Leben gerät so unter Generalverdacht, Lust wird von vornherein verdächtig.

Hierbei handelt es sich aber nicht um – angebrachte – Skepsis gegenüber der schlechten Ausmalerei, denn niemals wird das Grauen aus der falschen Utopie selbst entwickelt. Nicht die der Perfektion eigene Gesetzlichkeit schlägt in das Falsche um, sondern die Gefahr hängt nur lose mit dem Dargestellten zusammen. Das Grauen liegt darunter und nie darin. So gerät die Dystopie zur Apologie des Bestehenden – und zwar so umfassend, dass noch der Gedanke an das bessere Leben zu schön erscheint, um wahr zu sein.

(In der Neuverfilmung von Stepford Wives erscheint nicht die sexistische Normalität als unerträglich. Es muss sich erst herausstellen, dass den Frauen Computerchips eingepflanzt wurden.)

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