Anselm Kiefer I

An Kiefer lässt sich zeigen, wieso es einfacher ist über Kunst zu schreiben, der sich Kommunismus unterstellen lässt. Auf den ersten Blick scheint zwar das Zerreißen einfacher und zugleich amüsanter. Wieso aber sich auf den deutschen Shootingstar stürzen, gegen den sich ohnehin vorallem in Deutschland und allmählich auch in den USA und in Frankreich (wo er dennoch sogar ein Plätzchen im Louvre okkupiert) Kritik rührt?

Vielleicht, weil seine Bilder tatsächlich selbst das Grauen ästhetisieren, noch Celans Lyrik zu einem beeindruckenden abbildenden Oeuvre verwerten und sich jetzt im Louvre – dank Kiefer – Touristinnen und Touristen vor einer plakativen Darstellung der Shoa(Bild oben) abfotografieren können. Oder weil seine Freude am Deutschtum, an Mythologie und deutscher Geschichte doch verdächtig macht und machen sollte.

So bruchlos fügt sich aber doch nicht alles: Schließlich bearbeitet er die deutsche Geschichte im Wissen um ihre bedrohliche Kontinuität. Er mahnt, die Mythen ernst zu nehmen, weil sie sonst auf die Menschen zurückschagen könnten und begreift die jüdische Kultur als Teil der Deutschen, welche also in Aussschwitz unwiederbringlich zerstört wurde.

Einfacher wäre es also, ließe sich aus seinem Werk einfach ein Aspekt, eine Paradoxie entwickeln, der über das Bestehende hinausweist oder dergleichen. Dass das genau nicht gelingen will, lässt aber das Werk nicht unberührt, sondern bricht immer wieder als ganz Falsches im Bemühten hervor. Fortsetzung

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