Anselm Kiefer II (Danaë)

Zeus schwängert im griechischen Mythos die in einem Gefängnis eingeschlossene Danaë, indem er sich in einen Goldregen verwandelt. Danaë steht dementsprechend einerseits für die Keuschheit, da sie unbefleckt empfing und andererseits für die sündhafte Gier, die verführerische Macht des Geldes, dargestellt durch den Goldregen, der, gleich einer göttlichen Macht, jeden Widerstand zunichte macht.

Der Mythos wurde vielfach künstlerisch bearbeitet, zum Beispiel – um eine interessante Variante zu nennen – bei Klimt, dessen Darstellung die Assoziation der „Golden Shower“ nahelegt. Bei Kiefer geht es nicht so ironisch zu, wenn er seine im Louvre ausgestellte Skulptur mit dem Wort Danaë überschreibt, als Titel und als Teil der Skulptur.

Ein Stamm aus Holz, der aus einem Haufen Bücher aufragt und an dessen gebogener Spitze ein schwammartiges Kopfstück angebracht ist. Auf den Büchern verteilt, liegen lose Goldzähne, auch darunter noch. Eingebettet ist dies alles in eine Mulde in der Wand. Selbst ohne dem Hinweis auf Danaë wird deutlich, dass es sich um die Darstellung einer Dusche handeln muss.

Der Verweis auf die Vernichtung der Juden vermengt sich in diser Skulptur mit Symbolisierungen von Gier und Gold. Der kleine goldene Fleck auf dem Gasduschkopf, verspricht sogar noch spöttisch einen Schimmer Hoffnung. Dasselbe Gold wie das der goldenen Zähne.

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