Kunst und Wissenschaft

Der New Yorker Konzept-Künstler Lawrence Weiner beschreibt die Ausbildung in den Kunstakademien als Prozess der Initiation, des Eintretens in eine Struktur. Auf Kunstakademien wird gelehrt, wie mit dem Kulturbetrieb umzugehen sei, um an ihm teilnehmen zu dürfen. In Aussicht gestellt wird eben jene Freiheit, auf die vorerst verzichtet werden soll. „Wenn du dich in der Struktur behaglich eingerichtet hast, kannst du tun und lassen was du willst“, lautet das Versprechen. „It don’t work“, endet Weiner seine Beschreibung.

Genauso funktioniert auch der akademische Betrieb: „Wenn du dich an alle Spielregeln des wissenschaftlichen Arbeitens hältst, kommst du vielleicht eines Tages in die Lage, dir einen interessanten, selbstgedachten Gedanken erlauben zu dürfen“, erklingt die Formel, die jeden Rigorismus, jedes noch so versteinerte Denken rechtfertigt und zugleich jedes Aufbegehren dagegen sanktioniert.

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