Gartenrestaurant

Die Aufforderung das Land zu verlassen, ihr Glück doch in einer hinterwäldlerischen Kommune zu suchen, ist allen regelmäßige Begleiterin, die die grundsätzlichen Voraussetzungen kapitalistischer Produktion als gesellschaftlich gewordene öffentlich auch nur herausstellen. Für die Apologetinnen des Bestehenden bestätigt sich derart jedenfalls, dass dessen Darstellung ihnen bereits als schärfste Kritik erscheint. Ihre Phantasie – unliebsame, unzufriedene, ständige Nörglerinnen verlassen das Land – offenbart aber auch, was sie täten, wenn ihr Vorschlag nicht so ohnmächtig wäre.

Dieselbe Phantasie, angesichts der eigenen Ohnmacht auf sich selbst angewandt, liegt dem Traum vom „Aussteigen“ zugrunde. Das verdrängte Wissen um die Trostlosigkeit der verwalteten Welt kehrt wieder als Selbstaufgabe, als Affirmation des Elends, das als Glück ausgemalt werden muss, damit es ertragen werden kann. Ein Stück weit trifft das noch auf den Rückzug ins Private zu, die Form des Ausstiegs, die sich nicht einmal mehr aufraffen kann das Haus zu verlassen, die sich den alltäglichen Schrecken als Behaglichkeit zurecht lügt.

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