Eigentlichkeit

Wenn von Adornos Konzept des Jargons der Eigentlichkeit die Rede ist, wird gerne angefügt, auch Adorno selbst habe einen Jargon geprägt, der nicht von schlechten Eltern sei. Gemeint sind seine Hegelei, sein häufiger und ganz bewusster Einsatz von Fremdwörtern und unübersetzten Zitaten aus dem Lateinischen, dem Griechischen oder dem Französischen und nicht zuletzt sein komplizierter, anti-intuitiver Satzbau, der absichtliche Sperrungen enthält, Brüche und Synkopen.

Bei all diesem handelt es sich aber genau nicht um Eigenschaften die Sprache „eigentlich“ machen. Kein Wort Adornos will mehr sein als es bedeutet, kein Satz soll eine alte sakrale Würde heraufbeschwören. Die aus anderen Sprachen entlehnten Ausdrücke sind der Verwendung von veralteten Alltagsworten, die in ihrer neuen Stellung eine Aura der Authentizität annehmen, als fremde genau entgegengesetzt. Und die Sperrungen verhindern die selbstgefällige Zufriedenheit, mit der die Worte im Denken der Eigentlichen es sich gemütlich machen. (Version française)

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