Immer radikal

Nicht diskursives Denken verlangt nach Entschärfung. Noch das quängelnde Ich verstehe das nicht vor einem Satz oder einem Text, der sich nicht damit begnügt, bloß festzustellen, was ist, zeugt von solcher neutralisierenden Denkvermeidung. Es ist der Ausdruck des Versuchs nicht begreifen zu wollen, bevor etwas nicht um das gebracht wurde, das es zu begreifen gilt.

Die gründlichere Variante dieses Mit dem Strich bürstens macht sich daran, identifizierend über dialektisches Denken solange in Kennerschaft zu schwafeln, bis es noch ins Letzte still gestellt wurde. Sich dagegen zu verwehren, darauf zu beharren, etwas nicht weiter zu erklären, ist die Bedingung jeder noch denkbaren Möglichkeit von Kritik. Auch hier wäre Resignation, dem Wunsch nach Einführung, beginnend beim vorgeblich Ersten, nachzugeben.

Aber das überlegene Versuche doch einfach selbst zu begreifen ist dem Unverständnis im Kern verwandt, Apologie der versteinerten Verhältnisse. Ideologie zumindest dort, wo es sich wütend und verzweifelt an Andere richtet. Jedoch wer daraus schließen wollte, Begreifen wäre eine einsame Angelegenheit, gerät zurecht in den Verdacht, mit der Rolle der einsamen Denkerin zu liebäugeln. Daran zeigt sich, dass die Parole „niemals konsequent“ für alle Konsequenten automatisch gelten müsste.

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