Collage

„Was tut die niedrige Stubendecke? Die Phantasie fliegt empor und baut sich ein hohes, lustiges Gewölbe bis in den blauen glänzenden Himmel hinein. So ist des Dichters enges Gemach, wie jener zwischen vier Mauern eingeschlossene, zehn Fuß ins Gevierte große Garten, zwar nicht breit und lang, hat aber stets eine schöne Höhe.“ – E.T.A.Hoffmann, Des Vetters Eckfenster

„Als Sollen ist somit Etwas über seine Schranken erhaben, umgekehrt aber hat es nur als Sollen seine Schranke. Beides ist untrennbar. Etwas hat insofern eine Schranke, als es in seiner Bestimmung die Negation hat, und die Bestimmung ist auch das Aufgehobensein der Schranke.“ – G.W.F.Hegel, Logik

Wer sich bewegt, wer ihre Fesseln spürt und im Versuch sie zu zerreißen als Schranke sie erlebt, die hat sie bereits abgeworfen, ist nicht mehr eigentlich gefangen. Und doch ist die Befreiung unvollkommen. Nicht die Phantasie, die Decke hätte bereits eine schöne Höhe, verwandelt die enge Hütte in ein Gemach und noch der Hinweis auf die Armut vermag dergleichen Wunder nicht. Aber in beidem, im Wunschtraum und der Ernüchterung, ist die Erfüllung bereits konkret bestimmt und in diesem Sinn enthalten.

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