Ohne Angst

„A map of the world that does not include Utopia is not even worth glancing at […]“
– Oscar Wilde

Jedes Denken, das nicht letztlich einen gesellschaftlichen Traum im Blick hat, in dem die Menschen nicht mehr nur als Anhängsel einer Maschinerie den von ihnen selbst erschaffenen Dingen völlig ausgeliefert sind, ist von unendlicher Trostlosigkeit. Es ist schal und hohl und leer. Glück, Freiheit, die Abschaffung des Todes, des Hungers, jedes Leids sind dann nicht mehr nur von allgemeiner Verwirklichung abgeschnitten, sondern noch aus dem Denken selbst eliminiert.

Und dabei ginge es gar nicht darum, sich diesen Traum in leuchtenden Farben auszupinseln. Vielmehr ist jeder Kritik am Bestehenden anzumerken, ob sie auf alles zielt. Ob sie sich aus der Wut über einen tief empfundenen Mangel speist, dem Gefühl das „etwas fehlt“, oder sich im Grunde mit dem eigenen Privileg, der Bedingung der Möglichkeit jedes trifftigen Denkens, nicht bloß abgefunden hat, sondern es noch affirmiert. Sagt, nicht nur, dass es so sein muss wie es ist, sondern darüberhinaus, dass es im Grunde auch so sein soll, also ganz in Ideologie versinkt.

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