En passant

Die Literatur hat dem strengeren philosophischen Text (selbst dem Essay) voraus, dass die Gedanken in sie vom Rande her eingehen. Was sie ausmacht sind die Details, die gar nicht unbedingt – wie es so gerne und überschwer genannt wird – „behandelt“ werden. Selten wurde etwa knapper die Ideologie des Reichtums, der die Armut verspottet, indem er sie erhöht, vorgeführt, als, eben nur so im Vorbeigehen, in Manns Doktor Faustus. Nämlich an der Nebenstfigur des Fabrikant Bullinger, „der sich so Ungeheures auf seinen Reichtum zugute tue und spottweise zu trällern pflege:

‚Ein frohes Herz, gesundes Blut
ist besser, als viel Geld und Gut‘

nur um die Leute noch neidischer auf sein Geld zu machen …“ Auf dieses Nebenbei kommt es aber an, es ist nicht künstlerisches Mittel, sondern entspringt dem Wesen des Erzählten, das Apodiktisches nur eben von darunter, aus dem Unscheinbaren zulässt; wäre doch jeder bestimmte, deutliche, ableitende Satz immer nur der einer Figur.

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