Epiphanie

In Museen tapsen Kinder gerne auf Bilder. Das Relief eines Ölgemäldes fordert Berührung heraus. Genau diese sind aber die Gegenstand gewordene Unberührbarkeit von Kunstwerken. Der geforderte Blick aus der Distanz entspricht der wissenschaftlichen Haltung, die die Fühlung mit dem Gegenstand aufgeben muss, um ihn zu identifizieren, identisch zu machen. Wie weit das geht zeigt der konservative Einwand noch gegen den Blitz, der schon zu viel des Eingriffs darzustellen scheint. Gleichzeitig entschleiert sich derart aber noch das Licht, der Bedinger der Möglichkeit der visuellen Erscheinung des Bildes, als auf den Gegenstand Einwirkendes, das den zurückhaltenden positivistischen Blick als trügerisch herausstellt. Kinder wissen noch (dumpf) um die Notwendigkeit des Eingriffs, darum, dass man nicht nur mit den Augen schaut.

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