Beistriche

Wörter oder Satzteile mit Beistrichen voneinander zu trennen – nicht um aufzuzählen oder dergleichen, sondern, weil kein einzelnes treffen würde – ist mehr Bewegung als Beschreibung. Die so getrennten Worte umkreisen, betasten, umzingeln den Gegenstand. Sie bilden die Kontur, als umstellendes Relief von Begriffen, die ihn wie Kreide, die um eine Leiche gezogen wurde, als Umriss erahnen lassen. Und doch geht darin soviel nicht ein, bleibt das Wichtigste verborgen, entkommt ein Teil. Das so Gefangene aber täuscht zumindest nicht da Vollständigkeit vor, wo keine möglich ist, sondern zeigt schon der Form nach – der das Fehlen des „und“ förmlich anzusehen ist – auf die eigene Unvollkommenheit hin.

Das wäre zu bedenken bezüglich der Bennenung von Geschlecht: wo „Mann und Frau“ so falsch wäre wie eine unendliche Aufzählung unmöglich.

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