La nature morte

Wenn es stimmt, dass die Malerei ihr Pathos an dem hat, was ist – sei sie noch so abstrakt, sie das Bestehende zum Problem hat, dann ist sie vielleicht wirklich dem Gegenstand und seiner Darstellung verpflichtet. Den Kubisten Braque und Picasso war jedenfalls stets die Darstellung des Gegenstandes von oberster Wichtigkeit. Sie kamen von der Zentralperspektive nicht ab, weil sie sich vom Gegenstand emanzipieren wollten, sondern, weil die Darstellung des Gegenstandes es geradezu erforderte. Die kubistische Technik ist der Versuch den Gegenstand als ganzen zu geben, nicht von nur einer Seite; keine bloße Ansicht zu liefern, sondern ihn vollständiger darzustellen. Ein Zug der auch Klee nicht fremd war. Wohl nicht zuletzt, weil auch Klee sich seinen Gegenständen verpflichtet fühlte, blieb seine Malerei immer gegenständlich.

In dieser Bemühung, dem Ringen um Darstellung, liegt eine wertvolle und betonenswerte Hingabe zum je Einzelnen. Der Darstellung von abstrakten Allgemeinbegriffen, die ja auch Gegenstand von bildnerischer Darstellung sind, geht dieses Moment verlustig. Daher das Brutale, das Bildern anhaftet die Freundschaft, Liebe oder Freiheit abbilden wollen. Dagegen ist es noch zarter und geistiger Blumen und Obst zu malen. Die Stillleben, die im französischen treffender „tote Natur“ heißen, behandeln als Besonderes, was sie auf die Leinwand bringen: schließlich – und das ist so wahr wie es banal klingt – gleicht kein Gänseblümchen dem andern. Vielleicht hält die Malerei dem Einzelnen die Treue, weil sie zur Abstraktion in der Tat nicht taugen will.

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