Alte Theorie

Die Beschäftigung mit Theorie ist ein bisschen wie das Interpretieren alter Musik. Es wird altes Denken gedacht. Das behandelte theoretische Werk will in seiner eigenen gedanklichen Dynamik mitvollzogen werden. Es verlangt, sich seiner Bewegung denkend zu überlassen. Eine im Kern zutiefst private und einsame Angelegenheit. Auch lässt sich dieses Denken, im Unterschied zum Studium der alten Musik, im Nachhinein nicht als geleistet vorführen. Kein Konzert kann die getane Arbeit öffentlich präsentieren. Der müden Sekundärliteratur, den vorgelesenen Fachvorträgen, die das versuchen, merkt man die Belanglosigkeit an, mit der sie aus dem geleisteten Denken Profit schlagen wollen. Letztlich muss Denken über Theorie bei sich bleiben und es ist gerade das, was seine Allgemeinheit stiftet.

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