Wortwiederholung

Wortwiederholungen gelten als schlechter Stil. So als wäre, wer zweimal dasselbe Wort verwendet, etwas schwer von Begriff, verfüge über eine beschränkte Ausdrucksfähigkeit. Das geht soweit, dass einige Gebildete sich sogar selbst ins Wort fallen, um nach einer neuen Formulierung zu suchen, wenn sie sich bei einer gedanklichen oder im Ansatz steckenden Wortwiederholung ertappt haben.

Dabei ist diese Angst vor der Wiederholung durchaus nicht so natürlich und nachvollziehbar, wie es auf den ersten Blick scheint. Schließlich liegt ihr die etwas eigenwillige Vorstellung zugrunde, alles ließe sich auch anders sagen, es bedürfe dazu nur etwas Phantasie und eines großen Wortschatzes.

Sollten aber nicht gerade diejenigen, welchen es auf die genaue Formulierung ankommt, darauf, dass der gewählte Ausdruck das Gemeinte mit all seinen Nuancen trifft, bei der Vorstellung Unwohlsein empfinden, ihr sorgsam ausgewähltes Wort bei nächster Gelegenheit durch ein anderes, ein bloß ähnliches zu ersetzen?

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