Dialektik der Musik

In seiner Autobiographie beschreibt Charlie Chaplin, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, wie er an manchen Samstag Abenden den Klängen einer auf der Straße vorbeiziehenden Ziehharmonika zu lauschen pflegte. Ihr fröhliches Lied wurde von den Stimmen der Menschen auf der Straße begleitet. „In meiner Betrübnis fühlte ich den lebendigen Schwung der Musik als brutale Gleichgültigkeit, doch wenn sie in der Ferne leiser wurde, bedauerte ich es, sie nicht mehr hören zu können.“ Das ist die Dialektik der Musik: Sie ist die zynische, kaum auszuhaltende Beschönigung des Bestehenden, ohne welche das Leben nicht zu ertragen wäre. Denn sie ist mehr als Trost; sie spricht von einer Welt, in der die Menschen nicht länger hungerten und litten und stürben.

2 Gedanken zu “Dialektik der Musik

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