Récriture

Es gibt ein mimetisches Moment am Lesen: Den Impuls, das Gelesene neu zu verfassen. Je weiter die Lektüre fortschreitet – vor allem die eines Romans –, je durchsichtiger sein Bauplan der Leserin vor Augen tritt, umso mehr fühlt sie den Wunsch, den Text neu zu ordnen. Beim Lesen schreibt sie ihn in Gedanken um. Und doch würde sie gar nicht schreiben, nicht in der Fantasie, nicht in der Wirklichkeit, hätte sie nicht eben jenen Text vor sich, der sie zu seiner Veränderung anstiftet.

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