Schenken

Schenken setzt eigentlich so etwas wie eine Selbstausschaltung voraus. Wer ganz schenkt, die fühlt dem Begehren und den Wünschen der Beschenkten nach. Sie versucht das zu erraten, was die Andere am meisten ersehnt und muss sich ihr dazu in Gedanken gleich machen. Darin liegt wohl das heilende Potential des Schenkens. Die so Beglückte wird einmal nicht als Sache behandelt und so erlöst.

Aber darin liegt auch das Entnervende und Unerträgliche der Schenkerei, vor allem der aufoktroyierten. Denn wer sich das Beschriebene einmal ernstlich erlaubt, wird schnell merken, dass, was den Menschen fehlt, nicht zu schenken ist. Darüber hinaus wird das Einfühlen selbst zu einer Technik, die jenen, welche sie geschickt bemeistern, erlaubt, die unbeholfeneren oder widerwilligeren Schenkenden zu beschämen.

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