Allzu fern

Wer weiß, in fernerer Zukunft zu einem Thema sprechen zu müssen, macht sich schon allerhand Gedanken. Jede Lektüre wird irgendwie auf diesen Gegenstand bezogen, Gespräche landen absichtlich oder wie von selbst bei betreffendem Gebiet, vielleicht wird die ein oder andere Notiz gemacht. Auch werden in Gedanken schon erste Formulierungen geprobt, ganze Passagen des Vortrags werden beim Schlendern durch die Straßen als innerer Monolog sich selbst vorgetragen. Mit mancher Entdeckung ist die so sich viel zu früh gedanklich Einstellende sehr zufrieden, manche Notiz erfüllt sie schon mit Vorfreude, über den ein oder anderen Satz ist sie ganz entzückt.

Doch die Notizen verblassen mit der Zeit. Im Nachhinein mag der einst frische Gedanke abgestanden und fade erscheinen. Noch flüchtiger sind die Formulierungen im Kopf, die, so ohne Stift gedacht, schon verloren sind im selben Augenblick. Nach Monaten, wenn schließlich die große Stunde in nahe Zukunft rückt, ist von alledem nichts mehr übrig. Der Vortrag ist auf gewisse Weise bereits erledigt, er reizt nicht mehr. Vielleicht sollten Vorträge entweder recht kurzfristig beschlossen und angesetzt werden oder aber bloß geplant und rechtzeitig abgesagt. Erst so oder so wäre dann vielleicht doch noch etwas vom Denken übrig.

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