Industria Borealis

Seltsam wie poetisch Industrierlandschaften wirken können. Indem sie außerhalb der Stadt erlebt werden – oft nur im Vorbeifahren von der Autobahn aus –, werden sie eine Kulturlandschaft unter anderen: ein bewirtschaftetes Feld, ein beforsteter Wald und dann das wie von Geisterhand rhythmisierte Blinken hunderter roter Lichter in der Nacht. Es sind wohl Windräder, aber zu sehen ist nur das Feld aus elektrischem Mohn. Oder die Neonstäbe, die zu tausendenen eine Ölraffinerie in ein schimmerndes Glühen versetzen.

Diese Schönheit der Industrie strahlt dann am stärksten, wenn der direkte Blick verstellt wird; im Nebel, in der Dämmerung oder in der Nacht. Vielleicht fällt im Zwielicht die Funktion von der Industrie ab; der Schleier, der das Jetzt verdeckt, lässt trübe durchschimmern, was auch sein könnte.

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