Lustprinzip

Die nicht wenig verbreitete Auffassung, Widerstand und politische Aktion müssten lustvoll sein, hat auch ihr Infantiles. Es soll nicht sublimiert werden müssen. Aus dieser Sicht fällt überhaupt zu vieles verdächtig günstig ineinander: Was gut für mich ist, ist gut für die Welt; wenn es mir gut geht, kann ich mehr Verändern und dergleichen.

Wenn die aus der berechtigten Kritik der Lustfeindlichkeit erwachsene Rede vom Lustvollen der Politik ihren Platz haben sollte, dann müsste es sich doch letztlich eher um sublimierte Lust handeln: Lust am Denken, Lust an der Verweigerung.

Allerdings: Vielleicht kann Verweigerung in diesem Sinn nicht lustvoll sein. Denn schließlich verlangt Sublimierung den Subjekten stets ab, ihre Lust in anerkannte Bahnen zu lenken. Und darin ist sie ihrem Begriff nach bereits affirmativ. Psychoanalytisch betrachtet gibt es keinen Verzicht – die Lust wird immer nur aufgeschoben, in der Hoffnung, später um so mehr genießen zu können.

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