Schlicht und Gonflé

Version I

Am Tanzfilm wie am Musikfilm mutet seltsam an, wie die Welt eigenartig gleich und anders zugleich ist. Sie ist nur ein klein wenig verschoben, verrückt. Plötzlich zu tanzen, womöglich noch in einer Choreographie, an der alle umstehenden wie magisch teilnehmen, scheint in der Fantasie selbstverständlich, die natürlichste Reaktion von allen. Das ist befreites mimetisches Verhalten mitten in der Welt, wie sie ist. Es ist der Durchbruch dessen, was auch sein könnte. Der englische Ausdruck „to burst into dance“ weiß davon.

Version II

Der Tanzfilm und der Musikfilm reizen, indem sie verändern, was in ihrer Welt als normal gilt. Plötzlich ein Lied anzustimmen, bei dem sich noch dazu alle umstehenden Beteiligen, ist in der Welt des Musikfilms selbstverständlich und wird sogar erwartet. Die Welt ist gleich und doch in diesem Punkt anders. Es ist wohl die Stärke dieser Filme, ganz abwegiges Verhalten so zu behandeln, als wäre es das Natürlichste; und dabei niemand auf den Gedanken kommen zu lassen, es wäre eigentlich ganz absurd.

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