Er wird kommen

Paul Klee hat übrigens immer wieder gedichtet. In seinen Tagebüchern notierte er Reime, die dann sozusagen ausgefüllt werden müssen.

„Gedichte epigrammatischer Natur mit den Reimen:

Gereimt / geleimt / große Pein / überflüssig zu sein.

Ich glaubte, es müßte mir wenigstens gelingen, mich selber lächerlich zu machen.

Weiter:

So ein leidend Haupt / gelber / glaubt / sich selber / tatbereit / Lächerlichkeit / erkoren / geboren / behaart / gepaart / betrogen / verlogen.“

Ob so ein gutes Gedicht gelingen kann, weiß ich nicht. Vielleicht schon; indem der Reim etwas vorgibt, ein Problem stellt, eine Art Dogma. Es handelte sich dann also um ein selbstauferlegtes Rätsel, das gelöst werden will. Trotzdem gefällt es mir besser, die Reime einfach schon als fertige unbewusste Kunst anzusehen, als Konzeptkunst. Die Anweisung zum Gedicht ist das Werk.

Yoko Ono - Gemälde für die Beerdingung

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