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Sand

Bela weinte. Bela lachte. Lieber weinte er. Wenn er traurig war, stellte er sich vor, wie seine Augen aussehen mussten und gefiel sich dabei. Am schönsten an Menschen fand er nicht freundliche Münder, nicht Grübchen, die im matten Winterlicht glänzten, nicht Charme, nicht Witz, nicht dunkles, türkis schimmerndes Haar, sondern ihr ernstes Gesicht. Zuweilen, wenn alle lachten und spielten, lehnte Bela an einem Zaun und hatte die Fantasie, jemand könne sein eigenes ernstes Gesicht bemerken und von der traurigen Schönheit des Anblicks angezogen werden. Aber sie fanden ihn nicht schön, nur seltsam. Sie sahen ihn nicht so, wie er sich.
Er entwickelte einen genauen Blick für Kinder, die ihm ähnelten und liebte es, jene zu bemerken, die wie er abseits saßen und darauf warteten, jemand möge ihre schöne Trauer bemerken. Bela schenkte ihnen die Aufmerksamkeit, von der er meinte, er selbst verdiente sie. Doch sie wollten nicht seine Aufmerksamkeit, sondern die der tobenden Kinder, der wilden Kinder, die einander über die Wiese jagten. Da verstand Bela, dass auch ihn nicht jene bemerken sollten, die wie er waren, sondern jene, die ihn nicht verstanden. Er starrte traurig auf das zerrupfte Spielplatzgras. Dann hob er das Gesicht und ließ den Wind Sand in seine Augen blasen.

Foto: Ein Rabe sitzt auf verrostetem Stacheldraht. Im Hintergrund steht unscharf ein Baum und der Winterhimmel blitzt zwischen den Bäumen hervor..

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